
Satte Gebote
VOR ORT Das indische Restaurant Maharani versteigert bei e-bay Überraschungsmenues ab einem Euro.
“Wir wollen damit kein Geld verdienen”
HAMM • Teuro-Debatte, Wirtschaftsflaute und Kaufzurückhaltung: Geschäftsleute in Hamm sind zurzeit gezwungen, neue und ungewöhnliche Wege zu gehen. Das Restaurant Maharani am Südenwall hat seit einigen Wochen Maßnahmen ergriffen. “Wir hatten nach der Euro-Einführung fast 15 Prozent Einbußen bei den Einnahmen”, erklärt Christian Wahi, Sohn des Inhabers Vipan Wahi und für das neue Werbekonzept im Internet verantwortlich.
Im Dezember 2000 ging das “Maharani”, das seit neun Jahren am Südenwall ansässig ist, mit einer eigenen Webseite ins Netz. Seit Dezember 2002 hat sich der Internetauftritt grundlegend geändert. Zu den Werbegags gehört unter anderem die Versteigerung eines so genannten Überraschungsmenüs mit vier Gängen für zwei Personen bei e-bay. “Das Angebot wurde bisher gut angenommen”, erklärt Wahi. Im Schnitt bieten zwischen zehn und 20 Interessierte mit. Und das Steigern lohnt sich - zumindest für die Bieter. Denn die gebotene Summe - los geht es immer mit einem Euro - hat bisher nur selten die Hälfte des Menü-Wertes erreicht. “Wir wollen damit auch kein Geld verdienen, sondern unser Restaurant in der Region bekannter machen”, sagt Wahi und liegt damit offensichtlich richtig. “Wie die meiste Kund-schaft unseres Hauses, kommen auch die Bieter aus Orten der Umgebung wie Unna, Kamen, Ahlen und Drensteinfurt. Der Zugriff auf die Versteigerung läuft in etwa zu gleichen Teilen über die Seite des Restaurants und direkt über e-bay.
Aber noch mehr ist möglich auf der Website des Maharani. Ebenfalls bei e-bay zu ersteigern sind diverse Accessoires, wie die Statue einer indischen Tempeltänzerin. Weitere Angebote sind die Online-Reservierung von Tischen oder der Speisekartendownload. Und wer das ganz Besondere will, kann sich sogar ein handsigniertes Portraitfoto des Restaurantchefs Vipan Wahi sichern, wenn bis zum 30. April ein Tisch reserviert wird. “Das neue Konzept hat sich schon in den vier Wochen stark bemerkbar gemacht”, erklärt Wahi. Rund 430 Zugriffe auf die Website gab es allein seit Einführung am 23. Dezember 2002. • (Ulrich Wille vom Westfälischen Anzeiger)

